Erfahrungsberichte - Management & Engineering

Auf dieser Seite finden Sie Erfahrungsberichte von Studierenden und Ehemaligen zum Master Management & Engineering an der Leuphana Graduate School.

Katharina berichtet

16.12.19 Katharina Wolff berichtet über ihr Master-Studium Management & Engineering an der Graduate School.

Katharina berichtet. ©Leuphana
"Ich habe mir viele Universitäten angesehen. Der Schwerpunkt von Professor Schmidt an der Leuphana hat mich aber besonders überzeugt."

„Autos sind längst nicht mehr nur rot, grün oder blau“, erklärt Katharina Wolff. Gerade das macht den Bereich der Produktionstechnik für die 22-jährige Studentin spannend. „In einer Fertigungshalle spielen nicht nur Materialien und Maschinen eine Rolle. Durch immer weiter ansteigende Individualität in vielen Bereichen müssen besonders die Arbeitsabläufe und -prozesse in einer Fabrik besser geplant werden.“ Um diesen aktuellen Herausforderungen gewachsen zu sein, hat sich Katharina Wolff für ein Master-Studium Management & Engineering an der Graduate School entschieden. „Ich habe mir viele Universitäten angesehen. Der Schwerpunkt von Professor Schmidt an der Leuphana hat mich aber besonders überzeugt.“ Matthias Schmidt ist Professor für Produktionsmanagement und hat unter anderem die Digitale Fabrik ins Leben gerufen. Studierende können dort am Modell lernen, wie Produktionsabläufe etwa durch bessere Vernetzung von Arbeitsschritten beschleunigt werden können. Katharina Wolff arbeitet neben dem Studium Teilzeit im einem großen mittelständischen Unternehmen für Antriebs- und Automatisierungstechnik in Aerzen bei Hameln und kann das Gelernte praktisch umsetzen: „Dort bin ich auch an der Planung verbesserter Produktionsabläufe beteiligt.“

Auslandsaufenthalt in Shanghai

Schon in der Schule war Katharina Wolff sehr gut in Mathematik: „Ich habe mich gleichermaßen für Ingenieurwesen und Wirtschaftswissenschaften interessiert.“ Ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens lag deshalb nah. Sie absolvierte ein duales Bachelor-Studium Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Produktionstechnik an der Hochschule Weserbergland. Bereits damals arbeitete Katharina Wolff bei dem Unternehmen in Aerzen. Hier möchte sie auch ihre Masterarbeit schreiben: „Es besteht eine Kooperation mit der Leuphana. Professor Schmidt forscht dort zu Produktionsmanagement.“ Eine Promotion kann sich die Nordrhein-Westfälin auch vorstellen: „Gerade im Hinblick darauf ist es hilfreich, dass einige Studieninhalte bereits in der Wissenschaftssprache Englisch gelehrt werden.“ Gleich nach dem Abschluss möchte Katharina Wolff aber zunächst tiefer in die Praxis eintauchen und würde gern bei ihrem jetzigen Arbeitgeber weiterarbeiten. Aber auch eine berufliche Station im Ausland kann sie sich vorstellen: „Bereits im Studium war ich innerhalb einer Entsendung durch meinen Arbeitgeber in Shanghai.“

Autorin: Dr. Marietta Hülsmann

Vanessa berichtet

20.03.17 Vanessa Hacke im Interview über ihr Master-Studienprogramm Management & Engineering.

Vanessa berichtet. ©Leuphana
"Das ist ja das Gute bei den Wirtschaftsingenieuren, dass sie eben diesen technischen Hintergrund haben, aber auch das wirtschaftliche Denken. Dass sie Beides verknüpfen können und an solchen Schnittstellen wie in der Logistik, der Produktionsplanung, dem technischen Einkauf oder im Vertrieb tätig sind – da sind Wirtschaftsingenieure wirklich gefragt."

Was hast du gemacht, bevor du dich hier für den Master Management & Engineering beworben hast?

Ich habe ein duales Studium bei Volkswagen absolviert, dafür in Wolfenbüttel studiert und dort meinen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Maschinenbau abgeschlossen. Im ersten Teil habe ich eine Ausbildung zur Industriemechanikerin gemacht. Das war in den Semesterferien, wir hatten zwei Praxissemester. Von daher habe ich auch von Bearbeitungsprozessen und Montage ein bisschen Ahnung. Und im zweiten Teil war ich dann in der Planung für Presswerkzeuge eingesetzt. Und danach bin ich für ein Jahr ins Ausland gegangen, habe in Mexiko auch für VW gearbeitet und war in der Logistik für die ‚just in sequence‘ - Teile zuständig.

Was hat dich am Master Management & Engineering hier an der Leuphana angesprochen?

Ich wollte Wirtschaftsingenieurwesen mit diesen zwei Bereichen so weiter studieren. Also, nicht nur auf die technische Schiene gehen und auch nicht nur auf die wirtschaftliche. Deswegen habe ich mich für Management & Engineering entschieden, weil der eben beides kombiniert.

Seit diesem Semester gibt es zwei Schwerpunkte im Studienprogramm: Produktionstechnik sowie Materials and Engineering, du studierst Produktionstechnik. – was kann ich mir darunter vorstellen? Geht es darum, wie Fließbandabfertigung funktioniert?

Davor haben wir natürlich auch noch die ganze Supply Chain, also die ganze Wertschöpfungskette: sie fängt an beim Lieferanten, geht dann über die eigene Fabrik, bis raus zum Kunden – wie ich das alles verknüpfe, darum geht es beim Produktionsmanagement. Auch darum, dass ich beispielsweise Teile ‚just in time‘ liefere: diese gelangen dann direkt an die Produktionslinie, d.h. werden direkt verbaut. Oder ‚was mache ich bei Engpässen?‘ ‚Wie ordne ich meine Lieferanten an?‘, ‚Wie gehe ich da vor?‘ ‚Welche suche ich mir aus?‘ Also es ist eigentlich... alles komplett.

Also Produktionstechnik ist das Management, das nötig ist, um Produkte in Menge herzustellen und zu verteilen, oder?

Ja. Aber ich brauche natürlich auch technisches Hintergrundwissen, ich habe auch Fertigungstechnik, wo ich lerne, wie Dinge verschweißt werden, oder welche Techniken ich für welche Materialien nutze – also es ist nicht nur dieser wirtschaftliche Hintergrund und wie ich meine Produktion organisiere, sondern auch, dass ich Ahnung habe, welche Faktoren aus der Fertigung in den Produktionsstrang reinspielen. Das ist ja das Gute bei den Wirtschaftsingenieuren, dass sie eben diesen technischen Hintergrund haben, aber auch das wirtschaftliche Denken. Dass sie Beides verknüpfen können und an solchen Schnittstellen wie in der Logistik, der Produktionsplanung, dem technischen Einkauf oder im Vertrieb tätig sind – da sind Wirtschaftsingenieure wirklich gefragt.

Wie schätzt Du die Management Studies in Deinem Studienprogramm ein?

Wir hatten gerade Organisation, Strategy und Innovation – und das ist auch genau das, was ich wollte – was eben dieses Wirtschaftsingenieurwesen ausmacht: Ich lerne auch eine strategische Denkweise, erkenne, was ich machen muss, wenn ich eine neue Strategie einführen möchte, wie sollte meine Organisation aussehen, mit welchen Organisationstypen kann ich welche Ziele erreichen und wie implementiere ich Innovation? Das ist genau das, was ich später im Beruf – und durch meine Maschinenbauhintergründe wahrscheinlich noch besser – implementieren kann. Darum finde ich die Management Studies wirklich passend. Durch die Arbeit in der Presswerkplanung habe ich direkten Einblick bekommen: dort saßen meine Kolleg*innen auch immer in simultaneous engineering teams, das bedeutet Kolleg*innen verschiedener Bereiche treffen sich, um diesen Engineering-, oder Produktplanungsprozess möglichst zu parallelisieren und den ganzen Zeitablauf so gering wie möglich zu halten.

Interviewerin: Ina Seifert

Martin berichtet

28.29.20 Der Ingenieur Martin Frönd schloss als erster Doktorand an der Leuphana mit dem neu eingeführten Dr.-Ing. ab. Im Rahmen seiner Promotion entwickelte er ein innovatives Fertigungsverfahren im Bereich des 3D-Drucks zur Herstellung metallischer Strukturen.

Martin berichtet. ©Leuphana
"Am Anfang der Promotion ging unter den Doktoranden der Witz um: Für jeden Buchstaben des Dr.-Ing. braucht man ein Jahr. Aber die Betreuung war hervorragend und die Unterstützung durch Familie, Partnerin und Freunde ebenfalls, sodass ich deutlich früher abschließen konnte."

Martin Frönd wusste schon als Schüler, wie förderlich technisches Verständnis ist: Der Ingenieur ist im Wendland aufgewachsen. War sein Moped kaputt, musste er schrauben - oder laufen. „Ich habe es dann oft gemeinsam mit meinem Vater repariert“, erinnert sich der 29-Jährige.“ Diese Art von Erfolgserlebnissen, Probleme anwendungsorientiert zu lösen, prägten seine Berufswahl: „In Physik und Mathematik steht hinter einer Gleichung immer nur eine Lösung. Klare Antworten liegen mir.“ 2011 bewarb er sich daher für das Studium der Ingenieurwissenschaften an der Leuphana. Das Studium erfüllte seine Erwartungen, war allerdings auch herausfordernd: „Aber ich hatte so viel Freude an den Inhalten, dass ich die Prüfungen ganz gut schaffte“, erinnert sich Martin Frönd. Damals sah sich der Student noch nicht in der Forschung: „Mir war eine gute Vorbereitung für die Arbeit in einem produzierenden Industrieunternehmen wichtig. Da hierzu meiner Meinung nach ebenso ein starkes Bewusstsein über die nachhaltige Gestaltung von erfolgreichen Geschäftsprozessen gehört, habe ich im Minor BWL gewählt.“

In seinem anschließenden Master-Studium „Management and Engineering“ änderte sich sein Vorhaben zum schnellen Einstieg in die Industrie vorerst: Dr.-Ing. Benjamin Klusemann, Professor für Local Engineering, insbesondere Process Simulation und Inhaber einer Shared-Professorship mit dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) war gerade an die Leuphana berufen worden. Martin Frönd saß äußerst interessiert in seiner Vorlesung: „Professor Klusemann stieg sehr tief in technische Hintergründe ein, konnte diese jedoch sehr anschaulich vermitteln.“ Der Student fragte, ob er seine Masterarbeit bei dem Wissenschaftler schreiben dürfe. Benjamin Klusemann willigte ein, vorausgesetzt die Modulnote sei gut genug - sie war es. Benjamin Klusemann ist zudem Abteilungsleiter am Institut für Werkstoffforschung am HZG, wohin er Martin Frönd zu einem Bewerbungsgespräch für eine experimentelle Arbeit einlud. „Die Kooperation mit dem HZG ist ein großer Gewinn für die Forschungsarbeit der Leuphana. Während meiner Masterarbeit konnte ich dort eigenverantwortlich mit einem industriellen Hochleistungslaser arbeiten, sowie die bearbeiteten Titanbauteile in sehr gut ausgestatteten Laboren untersuchen. Laserstrahlschweißen ist ein gängiges Verfahren in der modernen Fertigungstechnik, da es ein schneller und effektiver Prozess ist, der gut automatisiert werden kann. Allerdings entstehen während des Laserschweißprozesses oft hohe Spannung und Bauteilverformungen, diese sollten im Rahmen meiner Masterarbeit experimentell untersucht und reduziert werden“, erklärt Martin Frönd. 

In der Doktorarbeit beschäftigte er sich mit der Lasermaterialbearbeitung von Aluminium. „Einem Werkstoff, der von großem industriellem Interesse ist, jedoch ebenfalls große Herausforderungen bei der Verarbeitung mit sich bringt“, beschreibt Martin Frönd. „Die Fragestellung meiner Doktorarbeit war darin motiviert, dass der laserbasierte 3D-Druck von Aluminium industriell zwar sehr attraktiv schien, dieser Werkstoff jedoch eine immense Laserstrahlreflektion von mehr als 95 Prozent aufweist. Somit war der laserbasierte 3D-Druck von großen Aluminiumstrukturen bislang sowohl technisch als auch wirtschaftlich kaum umsetzbar.“ Ein Problem, dass der junge Wissenschaftler in seiner Doktorarbeit anwendungsorientiert löste und für gleich zwei seiner Publikationen einen Forschungspreis von der Leuphana erhielt. „Am Anfang der Promotion ging unter den Doktoranden der Witz um: Für jeden Buchstaben des Dr.-Ing. braucht man ein Jahr. Aber die Betreuung war hervorragend und die Unterstützung durch Familie, Partnerin und Freunde ebenfalls, sodass ich deutlich früher abschließen konnte“, reflektiert der ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter dankbar. Er publiziert mehrere wissenschaftliche Artikel und reichte seine Dissertation bereits nach knapp drei Jahren ein. Martin Frönd ist damit der erste Doktorand an der Leuphana, der in den Ingenieurswissenschaften mit dem Dr.-Ing. abschloss. Der Titel wird nur in Deutschland verliehen und gilt weltweit als Markenzeichen für deutsche Ingenieurskunst. Martin Frönd ist stolz auf seinen Abschluss als Dr.-Ing.: „Wir sind Ingenieure. Das darf auch im Titel genannt werden.“

Der Traumjob folgte auf dem Fuß: „Mittlerweile bin ich als stellvertretender Qualitätsleiter bei einem international aufgestellten Kegelrollenlager-Hersteller tätig. Der Übergang in die Industrie erfolgte reibungslos und die täglichen Aufgaben machen mir unglaublich viel Spaß. Hier kommt alles zusammen, was ich in Studium und Promotion gelernt habe: Mit meinem Team analysiere ich täglich unterschiedliche Problemstellungen und erarbeite wirkungsvolle technische Lösungen. Darüber hinaus ist an mancher Stelle auch überfachliches Geschick gefordert, um bestehende Strukturen zu bewerten und eventuell anzupassen. Insbesondere durch die Arbeit in der Wissenschaft habe ich gelernt, innovativ zu denken und Altes zu verwerfen, wenn es nicht mehr genügt. Die Management-Studies an der Leuphana haben mir zudem eine sehr gute Grundlage für die Auseinandersetzung mit strategischen Fragestellungen vermittelt“, beschreibt Martin Frönd.

Autorin: Dr. Marietta Hülsmann

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