International Law and Sustainability (LL.M.): Ein Völkerrecht für morgen
25.02.2026 Das neue, englischsprachige Masterprogramm verbindet internationales Recht und Nachhaltigkeit auf einzigartige Weise und begegnet damit den drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. Absolvent*innen schließen mit einem Double Degree ab. Partneruniversitäten sind etwa die University of Glasgow und die Università degli Studi di Milano.
©Anna Stojan/Leuphana
Politisch rücken Klimawandel, Biodiversitätskrise und Umweltverschmutzung gerade in den Hintergrund. „Überwunden haben wir sie nicht, abwählen lassen sie sich auch nicht“, erklärt Prof. Dr. Jelena Bäumler, Professorin für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht, insbes. Nachhaltigkeitsrecht. Um diesen globalen Herausforderungen zu begegnen, betritt das Studienprogramm International Law and Sustainability (LL.M.) einen ungewöhnlichen Weg: Während klassische Programme vor allem vermitteln, was gilt, stellt der neue Master eine zweite Frage: Wie müsste das internationale Recht aussehen, um globale Herausforderungen wirksam zu bewältigen?
Das internationale Recht steht unter Druck. Die Ordnung, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg entstand, wird einerseits zunehmend in Frage gestellt. Andererseits besteht eine erhebliche Notwendigkeit die globalen Gemeinschaftsgüter zu schützen und der fortwährenden Ausbeutung von Mensch und Natur entschlossen entgegenzutreten. In dieser Umbruchphase hat es sich der Master International Law and Sustainability (LL.M.) zum Ziel gesetzt, Jurist*innen auszubilden, die das internationale Recht neu denken – insbesondere Fragen der Nachhaltigkeit sind zentral: „Wir stehen vor planetaren Krisen, die nur global gelöst werden können“, erklärt Jelena Bäumler. „Dafür brauchen wir Jurist*innen, die nicht nur wissen, wie das Recht aktuell beschaffen ist – sondern die mitdenken, was künftig gelten müsste.“
Das zweijährige, englischsprachige Programm verbindet internationales öffentliches Recht, transnationales Privatrecht und Nachhaltigkeit systematisch miteinander. Damit setzt der Master bei einer zentralen Schwäche des bisherigen Völkerrechts an: seiner Fragmentierung. Menschenrechte, Umweltrecht und internationales Wirtschaftsrecht existieren weitgehend nebeneinander. „Nachhaltigkeit verlangt, ökologische, soziale und ökonomische Dimensionen zusammenzudenken“, erklärt Jelena Bäumler.
Im Studium geht es daher um die Frage, wie ein integriertes internationales Nachhaltigkeitsrecht aussehen könnte. Themen wie globale Gemeinschaftsgüter, Unternehmensverantwortung, globale Lieferketten, Human Rights oder internationale Klimaregulierung stehen ebenso auf dem Lehrplan wie klassisches Völkerrecht und internationales Privatrecht. „Da die Umsetzung von Visionen für ein effektives globales Nachhaltigkeitsrecht nicht ohne das dafür erforderliche juristische Handwerkszeug funktionieren kann, liegt ein weiterer Schwerpunkt des Programms auf internationalen Rechtsetzungs- und Verhandlungsprozessen“, erklärt Prof. Dr. Valentin Schatz, Juniorprofessor für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht, insbesondere Umwelt- und Seerecht.
Ein besonderes Merkmal ist der Doppelabschluss: Nach dem ersten Studienjahr in Lüneburg wechseln die Studierenden im zweiten Jahr an eine Partneruniversität und erwerben dort einen weiteren LL.M.-Grad. An der University of Glasgow etwa können Studierende ihre Kenntnisse im Klimaschutzrecht und globaler Governance vertiefen. Die Università degli Studi di Milano wiederum bietet mit ihrem Schwerpunkt im Bereich International Law and Sustainable Development eine Spezialisierung, die nachhaltige Entwicklung mit internationalem Wirtschafts- und Umweltrecht verknüpft. Mit der University of the West Indies und der University of the Western Cape erweitert sich das Spektrum an Inhalten und Zugängen. Dadurch wird nicht nur thematisch eine große Themenbandbreite angeboten, sondern auch ein Perspektivwechsel für die Studierenden ermöglicht.
Bachelor-Absolvent*innen können sich bis 1. Juni 2026 (EU-Abschlüsse) und 1. Mai 2026 (Nicht-EU-Abschlüsse) für das Studienprogramm bewerben.
Kontakt
- Prof. Dr. Jelena Bäumler