Kritik der Gegenwart M.A. – Nikolas Geier: Ein Netzwerk aus Gedanken
17.08.2026 Der Übergang in den Beruf verläuft für Nikolas Geier nahtlos: In den kommenden Wochen gibt er seine Masterarbeit ab und arbeitet bereits in Vollzeit als Assistenzkurator im Kunstverein Harburger Bahnhof. Studieninteressierte können sich noch bis zum 31. August 2026 für das Masterprogramm „Kulturwissenschaften: Kritik der Gegenwart“ bewerben.
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Nikolas Geier ist im Moment nur schwer zu erwischen. Seine Masterarbeit und der neue Job fordern ihn zeitlich heraus. Dabei hatte er kaum damit gerechnet den begehrten Job als Assistenzkurator beim Kunstverein Harburg zu bekommen: „Ich war ehrlich überrascht, dass gleich die erste Bewerbung funktioniert hat,“ sagt er.
Aber vielleicht liegt der berufliche Erfolg auch an der guten Mischung aus Praxiserfahrung und Theoriewissen, die Nikolas Geier mitbringt: Bereits während seines Studiums der Kunstgeschichte und Philosophie mischte er in der Kunstszene mit, organisierte Ausstellungen, betreute Künstler*innen oder kuratierte Ausstellungen. Doch irgendwann fühlte er sich von der Schnelllebigkeit der Berliner Kunstszene weniger angesprochen: „Ich hatte manchmal den Eindruck, dass in der Hauptstadt-Szene so viel passiert und produziert wird, dass für eine vertiefte inhaltliche Auseinandersetzung mitunter wenig Raum bleibt.“
Auch ein begonnener Philosophie-Master und dessen disziplinäre Enge reizte ihn nicht mehr. „Ich suchte einen Raum für Diskurse und gleichzeitig mehr Platz, um tatsächlich in der Tiefe lernen zu können.“ Nikolas Geier ging auf die Suche und fand den Studiengang „Kulturwissenschaften: Kritik der Gegenwart“.
„Ich schaute mich auch bewusst, nach einem kleineren Kontext um. In Lüneburg hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, in Ruhe studieren zu können. Die Wege sind kurz. Ich habe viel Zeit in der Bibliothek verbracht und mich in Büchern vertieft.“ In den kleinen Lerngruppen entwickelten sich oft spannende und intensive Diskussionen: „Auch der Austausch mit den Lehrenden war eng. Meine Dozent*innen waren immer ansprechbar. Auf dem Campus der Leuphana gibt es einen anderen Begegnungsmodus als in Berlin“, beschreibt Nikolas Geier.
Im Studium hat er sich mit aktuellen Diskursen zu zeitgenössischer Kunst beschäftigt, ebenso mit klassischer Kunstgeschichte, postkolonialen Theorien als auch marxistischen Ansätzen: „Ich liebe theoretisches Arbeiten. Während meines Masterstudiums hat sich für mich ein neues Netzwerk an Gedanken ergeben. Ich verstehe nun viel besser die Bedeutung universitärer Forschung für die Kunstwelt.“
Nun schlägt er selbst diese Brücke: In einem kleinen Team organisiert der junge Assistenzkurator Ausstellungen, betreut Künstler*innen, recherchiert, verfasst Förderanträge und kümmert sich ebenso um organisatorische Aufgaben wie Transport oder Ausstellungsaufbau. Wenn Nikolas Geier in den kommenden Tagen seine Masterarbeit einreicht, wird es wieder etwas ruhiger für ihn. Er blickt positiv auf die vergangenen Jahre zurück: „Während der vier Semester habe ich zunehmend verstanden, wie sich Arbeit in der Kunstwelt anfühlt und wie sie funktioniert – und zwar auf einer intellektuellen und inhaltlichen Ebene.“ Dieses feste theoretische Fundament unterstützt ihn nun beim reibungslosen Übergang in den Beruf: „Ich spreche mit meinen Kolleg*innen die gleiche Sprache“, sagt Nikolas Geier.
Der Master „Kulturwissenschaften: Kritik der Gegenwart – Künste, Theorie, Geschichte“ verbindet kulturwissenschaftliche Fragestellungen mit kunsthistorischer Analyse. Im Mittelpunkt stehen zeitgenössische künstlerische Produktionen, ihre historischen Kontexte und eine Kulturgeschichte des Wissens.