Studium Individuale: Jakob Dirksen - Ohne Schubladen
27.07.2026 Der Leuphana-Alumnus Jakob Dirksen reflektiert über die Chancen eines selbst gestalteten Studiums an der Leuphana.
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Philosophie, Politik, Ökologie und Nachhaltigkeit, Psychologie, Jura oder Neurowissenschaften – zu viele Fachrichtungen interessierten Jakob Dirksen nach dem Abitur. Die Entscheidung fiel dementsprechend schwer: „Ich musste mich entscheiden zwischen bestimmt 60 Studiengängen, für die ich mich beworben hatte“, erinnert er sich. Dann stieß der heute 33-Jährige auf die Leuphana und das Bachelorprogramm „Studium Individuale“.
„Das Studium Individuale hat mir ermöglicht, viele meiner Interessen miteinander zu verbinden“, fasst er zusammen. Das Bachelor-Programm fordert Studierende auf, einen erheblichen Teil ihres Curriculums frei und selbstverantwortlich zu gestalten. Dabei wählen sie eine Frage, die sie mit Hilfe ihrer Seminare und Vorlesungen beantworten möchten. Statt sich auf ein vorgeschriebenes Curriculum zu beschränken, belegte Jakob Dirksen Lehrveranstaltungen aus der Nachhaltigkeitswissenschaft, Politikwissenschaft, Philosophie und auch dem Lehramt. „Der Austausch mit Studierenden aus anderen Fächern war sehr bereichernd – fachlich wie menschlich“, sagt er und erinnert sich an die besondere Atmosphäre: „Viele Studierende waren da, weil sie die Universität als Ort des Lernens, des Wachsens und des Austauschs wahrgenommen haben. Nicht nur als Schritt zum nächsten Karriereziel. In dieser Form habe ich das an anderen Universitäten selten wieder erlebt.“
Im Studium Individuale lernen die Studierenden, einen klaren Plan für ihr Studium zu entwickeln und werden intensiv beraten durch Reflektionsübungen, Wochenend-Retreats und individuelle Gespräche. Dazu kommen die Kernmodule in jedem Semester. Entsprechend ihrer Ausgangsfrage wählen die Studierenden individuell ihre Vorlesungen und Seminare aus dem gesamten Angebot der Universität im Bachelor-Bereich.
Im Laufe seines Studiums an der Leuphana kristallisierte sich für Jakob Dirksen ein Thema immer stärker heraus: Fragen der Verteilungsgerechtigkeit und sozialen Ungleichheit. Heute forscht der 33-Jährige zu Armut, Ungleichheit und Wohlergehen.
Nach seinem Abschluss an der Leuphana schloss er zunächst ein Master-Studium in Politischer Philosophie an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona ab, dann ein Master-Studium in angewandter Wirtschafts- und Politikwissenschaft an der United Nations University und deren Partnerin, der Universität Maastricht. Berufsbegleitend bildete er sich zusätzlich in empirischen Methoden fort. Mittlerweile steht er kurz vor dem Abschluss seiner Promotion an der London School of Economics. Dort ist er auch Principal Researcher des Forschungsprogramms Perceptions of Inequality am International Inequalities Institute. Parallel ist er wissenschaftlich als Senior Research and Policy Officer an der Oxford Poverty and Human Development Initiative (OPHI) der University of Oxford tätig. Zuvor war er unter anderem an der Blavatnik School of Government der University of Oxford sowie im Auswärtigen Amt tätig. Jakob Dirksen arbeitet mit Regierungen und internationalen Organisationen zusammen, entwickelt Messinstrumente für sozialpolitische Entscheidungen. Die damit gesammelten Daten bilden eine wichtige Grundlage für politische Entscheidungen und soziale Programme. Zu den Veröffentlichungen von Jakob Dirksen zählen z.B. Arbeiten zur Messung von Wohlstand und gesellschaftlichem Fortschritt jenseits des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Dass sein Weg einmal in die Wissenschaft führen würde, war zu Studienbeginn keineswegs geplant. „Ich hatte viele Interessen und viele Möglichkeiten im Kopf. Das Studium hat mir die Zeit gegeben herauszufinden, womit ich mich beschäftigen möchte und gleichzeitig viele fachliche Grundlagen gelegt“, sagt Jakob Dirksen.