Kulturwissenschaften studieren

Der B.A. Kulturwis­sen­schaf­ten ist in das in­ter­dis­zi­plinäre Col­le­ge Stu­di­en­mo­dell mit Leu­pha­na Se­mes­ter und Kom­ple­mentärstu­di­um ein­ge­bet­tet und gibt Ih­nen die Möglich­keit, Ihr in­di­vi­du­el­les Stu­di­en­pro­fil zu ent­wi­ckeln.

Studienaufbau: B.A. Kulturwissenschaften

Im Leuphana Semester set­zen Sie sich ganz grund­le­gend mit Wis­sen­schaft und Wis­sen­schaft­lich­keit aus­ein­an­der. Da­durch schu­len Sie Ihr kri­ti­sches Denk­vermögen, um Ver­trau­tes hin­ter­fra­gen zu können; da­durch ler­nen Sie, die adäqua­te Her­an­ge­hens­wei­se für den sys­te­ma­ti­schen Er­kennt­nis­ge­winn zu wählen und da­durch wis­sen Sie, den ver­ant­wor­tungs­vol­len Um­gang mit wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­sen zu prak­ti­zie­ren. Gleich­zei­tig er­hal­ten Sie eine Einführung in die Kulturwissenschaften. Das heißt, Sie befassen sich mit Themenfeldern sowie theoretischen und methodischen Referenzpunkten der Lüneburger Kulturwissenschaften. Die Aus­ein­an­der­set­zung mit Grundsätzen wis­sen­schaft­li­cher Denk- und Ar­beits­wei­sen im All­ge­mei­nen so­wie die Einführung in den Major im Kon­kre­ten bil­den das Fun­da­ment für das interdisziplinäre Ba­che­lor-Stu­di­um der Kulturwissenschaften.

Der Minor vertieft den Major Kulturwissenschaften oder ergänzt ihn um ein anderes Fachgebiet. Sie haben die Wahl.

Das Komplementärstudium gibt Ih­nen Ge­le­gen­heit, Ih­rem Wis­sens­drang in­di­vi­du­ell nach­zu­ge­hen, in­dem Sie in ein ganz an­de­res Wis­sens­ge­biet ein­tau­chen, wie etwa Wirtschaftspsychologie, Ge­schlech­ter­verhält­nis­se und Raum­struk­tu­ren, Islamisches Recht oder Design Thinking. In­dem Sie aus Ih­rer ei­ge­nen Fach­wis­sen­schaft her­aus­tre­ten und sich auf an­de­re Fachas­pek­te ein­las­sen, er­wer­ben Sie Verständ­nis für die Ver­schie­den­ar­tig­keit von Wis­sen­schafts­kul­tu­ren so­wie in­ter- und trans­dis­zi­plinäre Kom­pe­ten­zen.

Pflichtmodule

Im Major Kulturwissenschaften belegen Sie folgende Pflichtmodule:

Leuphana Semester

  • Wissenschaft trägt Verantwortung (fächerübergreifend)
  • Wissenschaft lehrt Verstehen (fächerübergreifend)
  • Wissenschaft nutzt Methoden I (fächerübergreifend)
  • Wissenschaft nutzt Methoden II. Grundlagen und Methoden der Kulturwissenschaften
  • Wissenschaft kennt disziplinäre Grenzen. Einführung in die Kulturwissenschaften

2. Semester

  • Paradigmen der Kulturwissenschaften 1
  • Wahl-Modul: Vertiefungsfächer
  • Wahl-Modul: Vertiefungsfächer
  • Wahl-Modul: Vertiefungsfächer
  • 1 Minor-Modul
  • 1 Komplementär-Modul

3. Semester

  • Kulturgeschichte
  • Wahl-Modul: Vertiefungsfächer
  • Wahl-Modul: Vertiefungsfächer
  • Wahl-Modul: Vertiefungsfächer
  • 1 Minor-Modul
  • 1 Komplementär-Modul

4. Semester

  • Methoden der Kulturwissenschaften
  • Wahl-Modul: Vertiefungsfächer
  • Wahl-Modul: Vertiefungsfächer
  • 2 Minor-Module
  • 1 Komplementär-Modul

5. Semester

  • Paradigmen der Kulturwissenschaften 2
  • Wahl-Modul: Vertiefungsfächer
  • Wahl-Modul: Vertiefungsfächer
  • 2 Minor-Module
  • 1 Komplementär-Modul

6. Semester

  • Bachelor Arbeit mit Prüfungsgespräch
  • Wahl-Modul: Vertiefungsfächer
  • 2 Komplementär-Module

Studienordnungen / fachspezifische Anlagen

Minor-Kombinationsmöglichkeiten

Der Ma­jor Kulturwissenschaften kann in Kom­bi­na­ti­on mit ei­nem der fol­gen­den Mi­nor stu­diert wer­den:

Betriebswirtschaftslehre
für Managementkompetenzen

Bildungswissenschaft
für Zusatzqualifikationen in Bildung und Erziehung

Digital Business
für fachliche und technische Fähigkeiten in einem Wachstumssektor

Digitale Medien / Kulturinformatik
für ein reflexives und anwendungsbezogenes Verständnis des Computers in Kulturberufen

Nachhaltigkeitswissenschaften
für das Verstehen und Entwickeln zukunftsfähiger, langfristig wirksamer Lösungen

Philosophie
für einen historischen und systematischen Überblick über die Geschichte der Philosophie und den einschlägigen zeitgenössischen Debatten

Politikwissenschaft
für fachliche Kenntnisse, praktische Kompetenzen und ideenreiches Denken in (Kultur-)Politik und Verwaltung

Popular Music Studies
für Kenntnisse in der internationalen Popmusik-Forschung sowie die praktische Umsetzung und Evaluation eigener Vorhaben

Raumwissenschaften
für vertiefte Kenntnisse in den Bereichen Raumplanung und -bewirtschaftung sowie der Kultur- und Wirtschaftsgeographie

Rechtswissenschaften (Unternehmens- und Wirtschaftsrecht) 
für juristische und betriebswirtschaftliche Fähigkeiten

Volkswirtschaftslehre
für ein grundlegendes Verständnis mikro- und makroökonomischer Prozesse

Wirtschaftspsychologie
für umfangreiches Wissen über menschliche Handlungsmotive und -prozesse

Studieninhalte: B.A. Kulturwissenschaften

Das Studium der Kulturwissenschaften gliedert sich in den Kulturwissenschaftlichen Kernbereich und das Vertiefungsfach.

Im Kernbereich erfolgt eine Orientierung über die wichtigsten historischen wie zeitgenössischen Paradigmen der Kulturwissenschaften und eine Einführung in die für die Kulturwissenschaften zentralen methodischen Zugänge. Zwei weitere Pflichtmodule beschäftigen sich mit den Zusammenhängen von Kultur, Recht und Gesellschaft sowie den Grundlagen der Kulturgeschichte.

Der Kernbereich bietet Ihnen einen Überblick über die zentralen Fragestellungen, Paradigmen und theoretischen Konzepte der zeitgenössischen Kulturwissenschaften. Der Erwerb von wissenschaftlichen Methoden, ob sie aus den Geistes- oder den Sozialwissenschaften stammen ist gleichfalls ein unverzichtbares Element des Studiums, weshalb auch ein Pflichtmodul in diesem Bereich vorgesehen ist.

Zur Schärfung Ihres fachlichen Profils entscheiden Sie sich für ein Vertiefungsfach. Darüber hinaus können Sie in den Bereichen „Tourismus“ und „Geschichte“ zusätzliche Wahlmodule belegen.

Mit der Bachelor-Arbeit schließen Sie Ihr Studium ab. In der Abschlussarbeit zeigen Sie, dass Sie die erlernten Grundlagen und Methodenkenntnisse selbständig auf ein eigenes Thema anwenden und sich wissenschaftlich fundiert mit aktuellen Fragestellungen der Kulturwissenschaften auseinandersetzen können.

Mit dem Abschluss des Studiums der Kulturwissenschaften erwerben Sie den Bachelor of Arts (B.A.).

Vertiefungsfächer: B.A. Kulturwissenschaften

  • Kulturorganisation und -kommunikation
  • Kulturtheorie und Kulturanalyse
  • Kunst und visuelle Kultur
  • Literarische Kulturen
  • Medien und Kulturtechnik
  • Musik und auditive Kultur
  • Stadt- und Kulturraumforschung

Vertiefungsfächer: B.A. Kulturwissenschaften

Kulturorganisation und -kommunikation

Studienprofil

Die Vertiefung Kulturorganisation und Kulturkommunikation lehrt und forscht zu den Strukturen und Prozessen, die Kunst und Kultur produzieren, kommunizieren und zu unterschiedlichen Rezeptionen führen. Im Mittelpunkt dieser soziologischen und ökonomischen Perspektiven stehen Modelle einer interdependenten Kulturproduktion, Kulturdistribution und Kulturrezeption.

Kultur ist das Ergebnis von Kooperationen, das Produkt der Kultur ist niemals das Produkt eines einzelnen Künstlers oder einer einzelnen Künstlerin. Kultur ist ein kollektiver Prozess: Soziale, politische und ökonomische Bedingungen gestalten ihn, und er gestaltet wiederum Märkte, Politik, kommunale und soziale Netzwerke und andere gesellschaftliche und wirtschaftliche Organisationsstrukturen.

Kulturorganisationen ist auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu finden. Ihr Publikum kann nach Klasse, Lebensstil oder demographischen Merkmalen differenziert werden. Kommunikation und Organisation gehen Hand in Hand. Die Analyse der Kulturkommunikation verlangt die Analyse der Kulturorganisation und vice versa.

Berufsfelder

  • Tätigkeiten in Einrichtungen der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie in der weiteren kulturell orientierten Wirtschaft
  • Tätigkeiten im öffentlichen und gemeinnützigen kulturellen Sektor (Kulturdezernate, Stiftungen, Interessensverbände)
  • Tätigkeiten im Management und in der Öffentlichkeitsarbeit in kulturellen Institutionen (Museen, Theater, Orchester, Verlage, Medien)
  • Wissenschaftliche Tätigkeiten in Forschung und Lehre nach Weiterqualifikation im Master.

Kulturtheorie und Kulturanalyse

Studienprofil

Nicht nur Kunst, Musik, Literatur oder Wissenschaft, sondern auch jede Form der Alltagspraxis ist als „Kultur“ historisch geworden und wird stets neu hergestellt. Kurz: Kultur beginnt mit der Art und Weise sich zu bewegen, zu denken, wahrzunehmen, aber auch wie sich komplexe Beziehungen zwischen Dingen, Menschen und der Umwelt (z.B. von Handy, User, und Minen zur Metallgewinnung) entspannen. Gerade Alltagskultur (von der Esskultur bis zum Mobilitätsverhalten), Populärkultur (von Pop bis zu Serien) und Medien (vom Buchdruck bis zur App), aber auch konkrete Aspekte wie Organisation, Interkulturalität, Urbanität, Arbeit, Migration, Formen der Gemeinschaft oder Geschlechterverhältnisse gehören daher zum Gegenstandsbereich der kulturwissenschaftlichen Forschung.

Das Vertiefungsfach Kulturtheorie und -analyse zielt auf die Kompetenz, implizite Annahmen und Interessen zu erkennen – sowie aktiv selbst unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Dies gelingt durch die Verbindung soziologischer und philosophischer Konzepte der Kulturanalyse, der Untersuchung empirischer Gegenstände sowie Ansätzen der Kritik und Rhetorik.

Aus kultursoziologischer Perspektive steht dabei das gesellschaftliche Zusammenleben im Mittelpunkt. Wie können soziale Akteure soziale Strukturen, deuten, beeinflussen oder verändern – und wie bringen soziale Strukturen gerade bestimmte Subjekte und Rollen hervor (den „Unternehmer seines Selbst“?, die „Mutter und Hausfrau“? den „underdog“?). Welche Entwicklungslinien ermöglichen erst bestimmte gesellschaftliche Rahmenbedingungen (die Ökonomisierung, Urbanisierung, Verrechtlichung, Vergesellschaftung, Kulturalisierung, Verwissenschaftlichung, aber auch Demokratisierung der Gesellschaft)? Wie entstehen quasi-objektive gesellschaftliche Sinnstrukturen (die über Sprachregelungen, Rituale und Symbole soziale Verhältnisse reproduzieren) und in welchem Verhältnis stehen sie zur Materialität der Gesellschaft (zum Beispiel zu Eigentumsverhältnissen und kulturellen Artefakten, zu Infrastrukturen und Technologien, zu Mobilitäten und Zirkulationen, oder zur Stadtentwicklung und zur Natur)?

Aus kulturphilosophischer Perspektive ist das Verhältnis von kritischem Denken und kultureller Praxis der Ausgangspunkt. Die Kulturphilosophie fragt nach den Entstehungsbedingungen der kulturellen Formen und entwickelt einen reflektierenden Zugang zu kulturellen Phänomene. In diesem Sinne ist Kulturphilosophie immer in Verbindung mit den kulturellen Gegenständen, die sie untersucht zu verstehen, sprich einer aktiven Arbeit an und mit Begriffen. Im Fokus steht die historische, sowie auf aktuelle Debatten der Philosophie eingehende Hinterfragung des Menschen im Verhältnis zu Natur und Kultur, die Kritik des Naturalismus, die Ausprägungen und Kritik von Macht als Teil von Kultur und die sich hier anschließende Unterwerfung unter kulturelle Imperative (z.B. der Begriff Leitkultur). Kulturphilosophie erfasst auf begrifflicher Ebene Phänomene wie die Entwicklung von Gesellschaftsformen und deren Strukturen, mediale Dimensionen von Kommunikation und Wahrnehmung, die Kultur- und Kreativitätsindustire, Ästhetik und die Produktion von Subjektivität.

Die Lektüre klassischer Texte und Positionen ist dabei hilfreich, um Argumentationsfiguren kennen- und identifizieren zu lernen, das historische Gewordensein aktueller Positionen zu verstehen und eigenes Wissen zu reflektieren.

Die Perspektiven der Kulturtheorie und Kulturanalyse sind eingebettet in eine Reflektion und Anwendung von Zugängen der Kritik und Rhetorik. Das Erfassen von kulturellen Verhältnissen ist Ausgangspunkt von Gestaltung. Praktisch orientierte Textanalyse und Textkritik, Begriffsarbeit sowie Analyse und Praxis freier Rede sind mithin ein wichtiges ergänzendes Element des Vertiefungsfachs. Damit fördert Kulturtheorie und –analyse komplexe Sachverhalte zu verstehen, zu kommunizieren und diese Kenntnis von Denkweisen  aktiv in unterschiedliche kulturelle Felder einzubringen. Analytische und sprachliche Kompetenzen, interkulturelles Verstehen, Kritik und Handlungsfähigkeit werden gestärkt.

Die Erarbeitung und Anwendung kulturtheoretischer Ansätze befähigt zur konkreten und kritischen Analyse kultureller Zusammenhänge. Sowohl das Verstehen wie ein versierter Umgang mit komplexen kulturellen Sachverhalten bildet eine der Schlüsselkompetenzen des Vertiefungsfachs und sie lassen sich in vielfältigen Arbeits- und Produktionszusammenhängen einbringen. Knapp gesagt: man lernt kritisch zu denken, komplexe Verhältnisse zu erkennen, zu lesen und zu hinterfragen sowie mit Sprache und Text, Bild und Ton versiert und pointiert umgehen zu können. Die Kulturtheorie und Kulturanalyse eignet sich als eigenständiger inhaltlicher Schwerpunkt ebenso wie als Meta-Kompetenz zur Kombination mit anderen Gegenständen wie Medien, Management, Kunstorganisation oder Bildung.

Berufsfelder

  • Einrichtungen der Kultur- und Kreativwirtschaft
  • öffentlicher Kultursektor
  • Stiftungen und NGOs
  • Organisations- und Kommunikationsarbeit
  • traditionelle und neue Medien
  • Management, Kommunikationsarbeit in kulturellen Institutionen (Verlage, Medien, Internet-Dienstleister, Werbeagenturen, Museen, Theater, Festivals etc.)
  • Mitarbeit in Kulturverwaltungen und in der Kulturpolitik
  • Wissenschaftliche Tätigkeiten in Forschung und Lehre nach Weiterqualifikation im Master

Kunst und visuelle Kultur

Studienprofil

Das Vertiefungsfach Kunst und visuelle Kultur vermittelt sowohl Grundlagen der Kunstgeschichte als auch der Soziologie künstlerischer Felder, ihrer Institutionen, Akteure und Praktiken. Neben der Behandlung historischer Kunst wie Renaissance, Manierismus, und Impressionismus, liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts - der Moderne und  Postmoderne sowie zeitgenössischer Kunst.

Im Rahmen von Projekten – des Kunstraums der Universität, der Halle für Kunst, oder der an der Universität angesiedelten internationalen Künstlerförderung – können Erfahrungen im Austausch mit Künstlern und Kuratoren aus der zeitgenössischen Kunstwelt gewonnen werden.

Exkursionen ermöglichen eine Auseinandersetzung vor Originalen beziehungsweise eröffnen einen Zugang zu wichtigen Institutionen (Museen, Biennalen, Messen, Galerien), Ausstellungen und Akteuren des künstlerischen Feldes.

Neben der Kunst sind auch bestimmte Formen der visuellen Kultur Gegenstand der Vertiefung, wie etwa die Fotografie, die Werbung und Mode sowie Visualisierungen von Populär- und Subkulturen (Graffiti, Street Art, visuelle Codes der Jugendkulturen), und Formen von visuellen Repräsentationen, die in den Wissenschaften vorzufinden sind (Graphiken, Diagramme).  

Berufsfelder

  • Galerien, Kunsthallen und Kunstvereine
  • Großausstellungen beziehungsweise Biennalen
  • Museen
  • Kunstmessen
  • Auktionshäuser
  • Unternehmen mit Kunstsammlungen
  • Einrichtungen der Kultur- und Kreativwirtschaft und des öffentlichen kulturellen Sektors
  • Stiftungen
  • traditionelle und neue Medien
  • Wissenschaftliche Tätigkeiten in Forschung und Lehre nach Weiterqualifikation im Master.

Literarische Kulturen

Studienprofil

Die Bezeichnung Literarische Kulturen betont den kulturwissenschaftlichen Charakter der im Fächerensemble der Lüneburger Kulturwissenschaften praktizierten Literaturwissenschaft. Auch sie widmet sich im Kernbereich – ganz wie die traditionell orientierten literaturwissenschaftlichen Studiengänge – zunächst und vor allem den literarischen Werken: ihrer Ästhetik, den Umständen ihrer Produktion im historischen Kontext, ihrer Überlieferungsgeschichte sowie den Lektüren, die sie hervorgerufen haben und bis heute hervorrufen.

Die Literarischen Kulturen reichen aber in doppelter Weise über das einzelne literarische Werk hinaus. Erstens in intrakultureller Sicht, indem unterschiedliche Produktions- und Rezeptionskulturen innerhalb einer Gesellschaft beleuchtet werden, ferner in interkultureller Sicht, indem die Prozesse des sich im globalen Maßstab vollziehenden kulturellen Austausches in Bezug auf die Literatur thematisiert werden.

Die kulturwissenschaftlich orientierte Literaturwissenschaft ist der Interdisziplinarität verpflichtet. Ihr Standbein hat sie zwar nach wie vor in den traditionellen Philologien und deren Theoriebildungen, jedoch sind ihre Fragestellungen in Forschung und Lehre transdisziplinär und genuin kulturwissenschaftlich ausgerichtet.

Themen, die sinnvoll nur im Fächerverbund bearbeitet werden können, haben deshalb für sie eine besondere Relevanz. Zu solchen Querschnittsthemen gehören: Interkulturalität, Medialität und Intermedialität, kulturelles Gedächtnis, Übersetzen sowie Geschlechter- und Gewaltverhältnisse.

Berufsfelder

  • Buchverlage mit entsprechender Ausrichtung (Lektorat)
  • Zeitungen und Zeitschriften
  • Hörfunk- oder Fernsehsender (Redaktion, Kritik, Moderation)
  • Literaturmuseen
  • Literaturhäuser (Konzeption, Durchführung von Ausstellungen und Literaturveranstaltungen)
  • Literaturevents, -messen und -festivals (Organisation)
  • In Kombination mit anderen Schwerpunkten und Nebenfächern ergibt sich eine große Zahl weiterer Möglichkeiten
  • Wissenschaftliche Tätigkeiten in Forschung und Lehre nach Weiterqualifikation im Master

Medien und Kulturtechnik

Studienprofil

Im Vertiefungsfach Medien und Kulturtechnik erwerben Sie die analytischen, theoretischen, praktischen und intellektuellen Kompetenzen, um die technischen und medialen Dimensionen von Kultur zu erforschen und deren grundsätzlichen Stellenwert für Kultur zu verstehen.

Die unterrichteten Methoden und Ansätze ermöglichen dabei ein kritisches Verständnis von Kultur als Technik, worauf der Begriff der Kulturtechnik paradigmatisch verweist. Für einen kulturtechnischen Zugriff auf Kultur bedarf es zunächst einer insgesamt veränderten Wahrnehmung von Kulturgeschichte als Mediengeschichte, als Geschichte kultureller Produktion und der diversen sie ausmachenden Operationsweisen, schließlich als Geschichte der Möglichkeitsbedingungen unseres Wissens.

Ins Zentrum der Betrachtung rücken so die mannigfaltigen Erscheinungen von Kultur. Die Fokussierung entsprechender Zäsuren in der Geschichte eröffnet dabei auch eine neue Perspektive auf die Evolution von Technik und ihren Einfluss auf die Organisation und Verflechtung von Medien und kulturellen Praktiken.

Einerseits machen Medienumbrüche die technische Infrastruktur einer Kultur wie Buchdruckmaschinen, Kinematographen, Kameras, Institutionen, Labore, Kommunikationsnetzwerke, Computer und sensorische Umwelten überhaupt erst sichtbar. Andererseits treten durch sie Kultur- und Medienpraktiken wie das Schreiben, das Projizieren, das Überwachen, das Regeln, das Gestalten, das Programmieren, das Simulieren oder das Spielen allererst deutlich hervor.

Das Vertiefungsfach befasst sich insbesondere mit den macht- und wissensgeschichtlich relevanten Praktiken, Techniken und Diskursen, Kräften und Institutionen, die sich aus dem digitalen Medienumbruch ergeben, wobei  zu deren Kontextualisierung historisch weit aus- und  zurückgegriffen wird.

Im Vertiefungsfach sollen Sie insbesondere zur Beschäftigung mit weiterführenden Ansätzen angeregt werden, die sich mit der Verschränkung von Medien, Technologien, Kultur und Techniken befassen.

Berufsfelder

Potentielle Berufsfelder finden sich vor allem im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft: So qualifiziert Sie das Studium des Vertiefungsfachs insbesondere für Tätigkeiten in Presse-, Marketing- und PR-Abteilungen von Unternehmen. Darüber hinaus können Sie auch als Journalistin oder Journalist für Digital- und Printmedien arbeiten.

Das Vertiefungsfach Medien und Kulturtechnik eignet sich darüber hinaus als Grundlage für eine Karriere in der medien- und kulturwissenschaftlichen Forschung sowie in der Entwicklung und Gestaltung von digitalen und sozialen Medienumgebungen.

Musik und auditive Kultur

Studienprofil

Die Vertiefung Musik und auditive Kultur vermittelt Grundlagen sowie Einzelaspekte einer medien- und kulturwissenschaftlich erweiterten Musikwissenschaft. Insbesondere die kulturelle Aneignung der elektronischen und digitalen Medien sowie interkulturelle Fragen bilden den Hintergrund der erweiterten Sicht auf aktuelle auditive Prozesse und Phänomene.

Grundlagen medienbezogener Gestaltung werden in den Modulen Musiktheorie und Auditive Gestaltung thematisiert, ergänzt um eine historische Perspektive auf Gattungen und Stile im Modul Musikgeschichte. Gegenstand sind dabei Stile der ernsten Musik ebenso wie die Entwicklungslinien populärer Musik.

Eine Reihe weiterer Module erlaubt eine individuelle Schwerpunktbildung, sowohl im Bereich theoretischer Diskurse (Musikästhetik, Musik und auditive Kultur, Musikkulturen der Gegenwart) als auch in ökonomischen und gestalterischen Praxisfeldern (Studiopraxis, Musikwirtschaft).

Damit können Sie sich unter dem Dach einer kulturwissenschaftlichen Orientierung eine breite Palette theoretischer, gestalterischer und wirtschaftlicher Aspekte auditiver Kultur erschließen.

Berufsfelder

  • Management in Musikverlagen, Labels, Webagenturen, Mobile und Internet-Dienstleister
  • Veranstaltungsmanagement, -beratung und -betreuung in klassischer, zeitgenössischer und populärer Musik
  • Musikmarketing
  • Medien- und Musikjournalismus im TV, Hörfunk und Printbereich
  • Selbständige Tätigkeiten im Bereich Audioproduktion und -vermittlung (Hörbücher, Webradio)
  • Wissenschaftliche Berufe nach Weiterqualifikation im Master

Stadt- und Kulturraumforschung

Studienprofil

Die Kultur eines Raumes lässt sich unter anderem anhand eines Wirkungsgefüges aus Naturfaktoren und handelndem Menschen erklären. Raumproduktion und -aneignung, Architektur, sozialräumliche Gliederung sowie Stadtentwicklungspolitik und Stadtkultur stellen zusätzliche Perspektiven dar, aus denen insbesondere städtische und virtuelle Räume betrachtet werden können.

Aus kulturwissenschaftlicher Perspektive wird das funktionale Geflecht sich beeinflussender Faktoren in ihrem Wirkungsgefüge analysiert und die daraus resultierende kulturelle Prägung des Raumes untersucht. Mittels Analysen von städtebaulichen und digitalen Einzelobjekten sowie kulturellen Relikten bis hin zu großflächigen Strukturen und Räumen werden funktionale, konstruktive, geographische wie auch ästhetische Zusammenhänge untersucht.

Das Erkenntnisinteresse ist dabei auf raumwissenschaftliche Theorie- und Modellbildung gerichtet. Bei der Bearbeitung der aufkommenden Fragen wird besonderer Wert auf nachhaltige Lösungsoptionen gelegt, die sowohl umweltrelevante als auch ästhetische Komponenten der Raumgestaltung berücksichtigen.

Wichtige Themenfelder, die unter diesen Blickwinkeln beispielsweise betrachtet werden, sind:

  • Geländemorphologie / Klima und Raumnutzbarkeit
  • städtische Raumnutzung, -gestaltung und Aufenthaltsqualität
  • Gebäudegestaltung und künstlerischer Ausdruck
  • Raumwahrnehmung, Raumdarstellung und (soziale) Raumproduktion
  • Bevölkerungs- und Mobilitätsentwicklung
  • Kulturlandschaftsentwicklung
  • wirtschaftliche Strukturen / Raumordnung / regionale Wirtschaftspolitik / Tourismus
  • nachhaltige Raumentwicklung in den Dimensionen Ökonomie, Ökologie, soziale Gerechtigkeit, kulturelle und regionalpolitische Partizipation, internationale kulturelle Zusammenhänge und inter- und transkulturelle Studien

Zahlreiche internationale Kontakte ermöglichen den Austausch mit anderen Kulturen, Gesellschaftsstrukturen und Denkmodellen. Unterstützt wird das Angebot durch Exkursionen, auf denen die theoretischen Erkenntnisse vertieft werden.

Berufsfelder

  • Regionale Marktforschung und betriebliches Standortmanagement
  • öffentliche Planung und Politikberatung
  • Tätigkeiten im Bereich raumbezogener Themenfelder im Immobilienbereich
  • Einrichtungen der Kultur- und Kreativwirtschaft und des öffentlichen kulturellen Sektors
  • Kultur- und Personalabteilungen großer im In- und Ausland tätiger Firmen
  • Großausstellungen wie Messen und Biennalen
  • Stiftungen
  • Internetdienstleister
  • Werbeagenturen
  • Printmedien
  • Hörfunk
  • Fernsehen
  • regionale Tourismusplanung und unternehmerisches Tourismusmanagement (in Koppelung mit Modulen des Vertiefungsgebietes Tourismus)
  • Wissenschaftliche Tätigkeiten in Forschung und Lehre nach Weiterqualifikation im Master

Bewerbung und Zulassung

Das College der Leuphana Universität Lüneburg nimmt Studienanfängerinnen und Studienanfänger jeweils zum Wintersemester auf. Damit Sie am Zulassungsverfahren für einen Bachelor-Studienplatz teilnehmen können, müssen Ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 15. Juli in Papierform beim Studierendenservice eingegangen sein.

Für die Vergabe der Studienplätze führt die Universität ein besonderes Zulassungsverfahren durch. Dabei werden neben der Abschlussnote auch besondere Fähigkeiten, Erfahrungen und außerschulische Leistungen der Bewerberinnen und Bewerber wie beispielsweise Schulsprechertätigkeiten, Auslandsaufenthalte oder ehrenamtliche Beschäftigungen berücksichtigt.

Online-Bewerbung

Die Online-Bewerbung ist ab Mitte Mai möglich. Informieren Sie sich vorab über die Zugangsvoraussetzungen sowie das besondere Zulassungsverfahren am Leuphana College. Jetzt informieren

Informationsangebote für Studieninteressierte

Bachelor-Infotag

Am 15. Mai 2020 findet der nächste Infotag zum Bachelor-Studium am Leuphana College statt. Jetzt anmelden

Infomaterial

Er­fah­ren Sie mehr über das in­ter­dis­zi­plinäre Col­le­ge Stu­di­en­mo­dell. Infomaterial bestellen

Schnupperstudium

Bei der Su­che nach ei­nem pas­sen­den Ba­che­lor-Pro­gramm kann der Be­such von Lehr­ver­an­stal­tun­gen eine gute Ent­schei­dungs­hil­fe sein. Nut­zen Sie das Schnupperstudium am College.

Newsletter

Verpassen Sie keine wichtigen Termine. Der Newsletter für Studieninteressierte informiert Sie regelmäßig über Beratungsangebote und wichtige Fristen. Newsletter bestellen

Auf einen Blick

  • Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.)
  • Zulassungsbeschränkung: ja
  • Bewerbungsfrist: 15. Juli eines Jahres
  • Regelstudienzeit: 6 Semester
  • Beginn: Oktober eines Jahres (Wintersemester)
  • Studienplätze: 202
  • Lehr- und Prüfungssprache: Deutsch
  • Auslandssemster: möglich

Flyer B.A. Kulturwissenschaften

Warum Kulturwissenschaften studieren?

Die Vielfältigkeit und Selbstbestimmtheit im Studium am Leuphana College haben Louisa begeistert. Den kulturwissenschaftlichen Grundsatz, scheinbare Wahrheiten zu hinterfragen, schätzt sie ebenfalls. Mehr erfahren

Vielfalt im B.A. Kulturwissenschaften

Während seines Kulturwissenschaften Studiums hat Theo die vielfältigen akademischen und praktischen Angebote am Leuphana College intensiv genutzt. Er hat den Kulturverein „Zum Kollektiv“ gegründet. Mehr erfahren

Internationaler Workshop Post-X Politics

Ob Gesichtserkennungs-Software oder automatisierte Empfehlungssysteme: Studierende diskutieren im Workshop die Herausforderungen des digitalen Wandels mit internationalen Expertinnen und Experten. Mehr erfahren

Ansprechpersonen

Major-Verantwortlicher

  • Apl. Prof. Dr. phil. Ulf Wuggenig

Erstauskunft zu Studium und Bewerbung

Infoportal
Studierendenservice
Gebäude 8, Erdgeschoss
Campus Universitätsallee
Fon 04131.677-2277
Fax 04131.677-1430
infoportal@leuphana.de

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Studienberatung am College
Bachelor
Lehrerbildung im Bachelor & Master
Gebäude 8, Erdgeschoss
Campus Universitätsallee
Offene Beratung (ohne Termin)
Di 14.00 bis 16.00 Uhr
Do 16.00 bis 18.00 Uhr