Interview Dr. Hannes M. Petrowsky
Interview Dr. Hannes M. Petrowsky / Kolleg Entrepreneurship, Management & Innovation
11.11.2024
Die Leuphana Universität Lüneburg verleiht den Leuphana Dissertationspreis an Dr. Hannes M. Petrowsky für seine Dissertation mit dem Titel „First-Offer Effects in Negotiations - A Meta-Analytical Synthesis of Experimental Research & Investigation of 26 Million Real-World Negotiations“.
Mit seiner Dissertation untersucht Hannes Petrowsky die ökonomischen und psychologischen Wirkungen von Einstiegsgeboten in Verhandlungen. Die Arbeit betritt dabei wissenschaftliches Neuland durch die Synthese der Forschungsliteratur, die Etablierung von bisher unbekannten Phänomenen und nicht zuletzt die empirische Überprüfung von konkurrierenden Hypothesen. Überdies präregistrierte Herr Petrowsky sein hervorragendes methodisches und analytisches Vorgehen auf Open Science Framework (OSF) und stellt Materialen, (Original-)Daten und Analyseskripte öffentlich zur Verfügung.
©Dr. Hannes Petrowsky
Was hat Sie dazu bewogen, sich für eine Promotion zu entscheiden und warum haben Sie sich für die Leuphana entschieden?
Die Begeisterung für Forschung und die Arbeit in der Wissenschaft wurden bei mir im Verlauf meines Masters an der Leuphana geweckt. Da ich während meines Studiums einen sehr positiven Eindruck von der Lehr- und Forschungsqualität gewinnen konnte, war ich von einer Promotion an der Leuphana sehr angetan. Vor meiner Bewerbung für die Promotionsstelle hatte ich Zweifel, ob ich den Anforderungen einer akademischen Karriere genügen werde—ich habe den Schritt mit der Unterstützung aus meinem Umfeld dann schließlich doch gewagt und ihn seitdem nicht bereut. An der Leuphana schätze ich vor allem den engen Kontakt zu Kolleg*innen und Studierenden sowie die innovativen und interdisziplinären Ansätze in Forschung und Lehre.
Welche besonderen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Promotionszeit?
Die Möglichkeit, sich über mehrere Jahre hinweg vertieft mit einem Forschungsthema auseinanderzusetzen und den wissenschaftlichen Diskurs mitzugestalten, wird mir als Privileg und etwas sehr Besonderes in Erinnerung bleiben. Ich habe die Promotionszeit als fordernde aber auch sehr erfüllende Zeit mit großen Lerneffekten und vielen Freiheiten erlebt. Hier bleiben mir vor allem die vielen tollen Kolleg*innen und Co-Autor*innen sowie Auslandsaufenthalte und Konferenzbesuche in Erinnerung, die diesen Prozess zu einer so lehrreichen und wertvollen Zeit gemacht haben. Ein besonderer Dank geht an Prof. David Loschelder und das gesamte Team.
Welche Herausforderungen haben Sie während Ihrer Promotion erlebt und wie sind Sie damit umgegangen?
Der Start meiner Promotion fiel ziemlich genau mit dem Beginn der Corona-Pandemie zusammen. Der soziale Austausch mit Kolleg*innen und anderen Forschenden war hierdurch erschwert—regelmäßige digitale Termine mit unserem Team und ein unterstützendes persönliches Umfeld haben diese Zeit deutlich erleichtert. Zudem kam es zu Ablehnungen meiner Forschungsarbeiten bei renommierten Journals—in solchen Fällen habe ich versucht, negatives Feedback als Chance zur Verbesserung zu sehen und schließlich andere Journals von den verbesserten Manuskripten zu überzeugen.
Welche Ratschläge oder Tipps würden Sie neuen Promovierenden mitgeben?
Findet ein Promotionsthema, das euch wirklich interessiert. In jedem Promotionsprozess gibt es Höhen und Tiefen und die intrinsische Motivation ist aus meiner Sicht ein entscheidender Resilienz- und Erfolgsfaktor. Holt euch regelmäßig Feedback von Kolleg*innen ein, um die eigene Forschung zu verbessern—es lohnt sich. Findet zudem einen Ausgleich neben der Wissenschaft—vermeintlich große Herausforderungen und Probleme sehen nach einer Runde Sport oder einem Abendessen mit Freund*innen häufig sehr viel kleiner aus.