Führungskompetenzen für die Zukunft

Der berufsbegleitende MBA Performance Leadership zeigt, wie Organisationen Performance entwickeln

26.01.2026 In vielen Betrieben wird derzeit über eine neue Performance-Kultur als Antwort auf volatile Märkte, verschärften Wettbewerb und knapper werdende Ressourcen diskutiert. Doch wie wird ein Unternehmen zu einer High Performance-Organisation? Wie lässt sich Performance messen und wie entwickelt man Mitarbeitende und Teams, damit sie möglichst leistungsfähig werden? Der MBA Performance Leadership der Leuphana Professional School setzt bei Beantwortung dieser Fragen auf die Verbindung von Wissenschaft und Praxis. Ein Highlight der berufsbegleitenden Weiterbildung, die Managementwissen mit fundierter Wirtschaftspsychologie und Persönlichkeitsentwicklung verbindet, ist die Blockwoche im zweiten Semester, die den Studierenden tiefe Einblicke in die Personal- und Organisationsentwicklung namhafter Unternehmen gewährt. Der MBA startet erneut im April 2026, Bewerbungen sind aktuell noch möglich.

©Katja Hansen
Im Austausch mit Alexandra Heinrichs über Performance Management profitieren die MBA-Studierenden von den Erfahrungen mit der langjährigen HR-Expertin.

Performance Management als Führungsaufgabe

„Wirksames Performance Management ist eine Kombination aus Strategie-, Struktur- und Kulturarbeit“, macht HR-Expertin Alexandra Heinrichs direkt zu Beginn klar, die mit Studiengangsleitung Prof. Sabine Remdisch die Woche eröffnet. An Führungskräfte stelle dies hohe Anforderungen in Bezug auf Kommunikations- oder Feedback-Skills, aber auch die Selbstführung. Im Dialog mit Mitarbeitenden setzt Performance Management idealerweise den Rahmen von der Definition von klaren, messbaren Zielen über die Umsetzung bis hin zu einer transparenten Bewertung.

Für eine bessere Wirtschaft und Gesellschaft

Beim Granola-Produzenten HEYHO wird Personalentwicklung neu gedacht. Das Lüneburger Social Impact Business beschäftigt Menschen, die sonst Schwierigkeiten haben auf dem Arbeitsmarkt eine Anstellung zu finden, und gibt ihnen somit nicht nur eine zweite Chance, sondern auch soziale und finanzielle Sicherheit.

HEYHO will so an einer besseren und gerechteren Wirtschaft und Gesellschaft mitwirken – ein Thema, dass auch viele der Studierenden umtreibt. Zwischen Büro und Produktion, Müsli und gefriergetrockneten Früchten, Röstautomat und Verpackungsanlage reißen die Fragen an das Team von HEYHO nicht ab, dessen Modell auch wissenschaftlich an der Leuphana Universität erforscht wird. 

Gemeinsam lernen und Wachsen

Wie aber transformiert man ein Unternehmen, in dem Strukturen bereits über viele Jahrzehnte gewachsen sind? Zwei ganz unterschiedliche Organisationen, die die Gruppe in dieser Woche besucht, haben eine ähnliche Antwort darauf gefunden: Gemeinsam lernen. 

In einer sich rasch entwickelnden Dienstleistungsbranche hätte das Hotelunternehmen Seminaris ohne die Bereitschaft zur Veränderung vermutlich wenig Chancen gehabt zu bestehen. Seminaris entschied sich für einen Transformationsprozess vom klassischen Top-Down-Unternehmen hin zu einer agilen Matrix-Organisation und beteiligte die Mitarbeitenden aktiv am Veränderungsprozess.

Das Ergebnis sind unter anderem kreative Tagungsformate, nachweislich neue Zielgruppen und ein Kulturwandel innerhalb des Unternehmens. General Manager Stefan Floret erlebt im täglichen Arbeitsgeschehen, dass die neue Kultur Mitarbeitende befähigt mutig zu sein und selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen.

Unterstützung im Veränderungsprozess

Mit anderen Größenordnungen wird dagegen bei der Signal Iduna gearbeitet. Rund 6.000 Mitarbeitende sind an den beiden Standorten Hamburg und Dortmund für den Versicherungskonzern tätig. 2018 ist dieser in einen groß angelegten Transformationsprozess gestartet. Das Ziel: Das ursprünglich klassisch-hierarchisch geprägte Unternehmen zu einer anpassungsfähigen Organisation zu entwickeln, um schnell auf Kundenbedürfnisse reagieren zu können. Dafür hat sich die Signal Iduna umfassende Unterstützung an Bord geholt. 

85 Agile Masters und weitere 90 Personalentwickler*innen begleiten die Mitarbeitenden durch die einzelnen Phasen des Veränderungsprozesses. Das Ziel: Crossfunktionale, interdisziplinäre und selbstbestimmtere Teams. Diese Entwicklung können die Studierenden auf ihrer Exkursion auch anhand der Räumlichkeiten nachvollziehen. Unter anderem in der Hamburger City Nord ist in den vergangenen Jahren neben dem alten Firmengebäude eine neue Konzernzentrale mit agilen Arbeitswelten entstanden. 

Crossinnovation im Einzelhandel

Um neue Konzepte schneller auf den Markt zu bringen, setzt man bei der REWE digital auf eine eigene Innovations-Abteilung, die in kurzen iterativen Zyklen neue Produkte und Features für den Einzelhandel testet und weiterentwickelt. Dabei kooperiert sie mit verschiedenen StartUps im In- und Ausland, um das Beste aus beiden Kulturen und unterschiedlichen Branchen zusammenzubringen: Crossinnovation. 

So ist auch das Konzept der Pick&Go-Stores entstanden, das die Studierenden in ihrer Studienwoche direkt testen. Erste REWE-Märkte wie der im Hamburger Schanzenviertel sind flächendeckend mit Kameras und Sensoren ausgestattet, die keine personenbezogenen Daten erfassen, jedoch den Warenkorb der Kunden. Der muss dafür nicht mehr an der Kasse Schlange stehen. Die Technologie speichert aus dem Regal genommene Produkte direkt ab – den Kassenbon gibt’s im Anschluss per Mail.

Der Meetingraum der Zukunft

Einen Blick in die Zukunft wirft die Studiengruppe auch beim Besuch im Innovation Center der komma,tec redaction in der Hamburger Speicherstadt, die Digital Signage-Lösungen für Organisationen anbieten. Das sind digitale Informationssysteme wie elektronische Plakate oder Türschilder, die mit gezieltem Content zur Kommunikation mit Kunden oder Mitarbeitenden eingesetzt werden können. 

Das Unternehmen ist u. a. Zulieferer der DEKOM Germany GmbH, die sich auf hybride Arbeitswelten spezialisiert hat. An diesem Tag gehören persönliche KI-Agenten natürlich zu den Top-Themen im Gespräch mit den Studierenden. Doch auch im Konferenzraum der Zukunft werden eine große Anzahl an Kameras ausschlaggebend, so Simon Härke, CEO von DEKOM Germany: „Wir benötigen flexible Räume, die Kreativität fördern und sich den Anforderungen individuell anpassen. Leerstand kann sich keiner mehr leisten.“ Mehr Kameras würden dafür sorgen, dass hybride Settings wie in einem Film nahezu realistisch abgebildet werden können. „Jedoch wird man diese Tools kaum noch sehen, die Technik rutscht in den Hintergrund“, prognostiziert Härke.

Hohe Anforderungen an Führungskräfte

Deutlich wird: Eine hohe Performance in Unternehmenskontexten erfordert ein Zusammenspiel unterschiedlichster Faktoren, auf die Werkzeuge der Personal-, Team- und Organisationsentwicklung positiv einwirken können. All dies müssen Führungskräfte heute im Blick haben. 

Im MBA Performance Leadership setzt Studiengangsleiterin Prof. Sabine Remdisch deshalb auf ein eigens entwickeltes Performance-Modell, das die erforderten Fähigkeiten moderner Führung herausstellt. Dazu gehören neben technologischen und innovationsfördernden Skills ebenso Kompetenzen wie Kommunikationsstärke oder emotionale Intelligenz. Der Weiterbildungsstudiengang für Fach- und Führungskräfte startet einmal jährlich zum Sommersemester im April. Bewerbungen für den nächsten Jahrgang sind aktuell noch möglich. 

MBA-Studierende im Gespräch mit den beiden HeyHo-Geschäftsführenden Timm Duffner und Linda Pulver.
Unternehmensbesuch beim Granolaproduzenten HEYHO
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Fabian Scholz, Inhaber der kommatec redaction GmbH, erläutert der Gruppe im hauseigenen Innovation Center, wie das Unternehmen digitale Informationssysteme und passgenauen Content für eine wirksame Mitarbeitendenkommunikation in Organisationen einsetzt.
Unternehmensbesuch bei kommatec
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Teamentwicklung nicht nur initiieren, sondern selbst erleben: Persönlichkeitsentwicklung ist ein fester Bestandteil im MBA Performance Leadership – auf individueller Ebene sowie in Interaktion mit anderen.
Performance Leadership Blockwoche 2025
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